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Elfenbeinküste: Wer wird Präsident?

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Elfenbeinküste: Wer wird Präsident?

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In der Elfenbeinküste verzögert sich weiter die Bekanntgabe des neuen Staatspräsidenten. Ein erster Versuch der Wahlkommission scheiterte, weil Anhänger des jetzigen Präsidenten Laurent Gbagbo störten und die Unterlagen zerrissen. Ein Vertreter

Gbagbos sprach jetzt von Wahlbetrug und kündigte an, Gbagbo wolle die Wahl annullieren lassen, zumindest im Landesnorden, der Hochburg seines Kontrahenten.

Am Sonntag war die Stichwahl: Die zweite Runde also, die die Entscheidung herbeiführen sollte zwischen Alassane Ouattara, dem Herausforderer, und Laurent Gbagbo, dem Amtsinhaber. Gbagbos Amtszeit ist an sich schon vor fünf Jahren abgelaufen; die schon damals fällige Wahl wurde aber mehrmals verschoben.

Anhänger beider Politiker werfen sich gegenseitig vor, die Wahlen ebenso zu behindern wie die Bekanntgabe der Ergebnisse. Wahlbeobachter sprechen von schweren Zwischenfällen: Zerstörung von Wahlmaterialien, Einschüchterung von Wählern, Diebstahl von Wahlurnen.

Mit der Wahl will die Elfenbeinküste einen wichtigen

Schritt zur inneren Aussöhnung tun, nach dem Ende eines Bürgerkriegs vor sieben Jahren. Seit diesem Krieg ist das Land faktisch geteilt. Gbagbos Regierung hat die Kontrolle des Südens einschließlich der wichtigen Hafenstadt Abidjan, im Norden dominieren weiterhin die ehemaligen Aufständischen. Die jetzige Wahl hat diese Teilung aber offenbar nur noch unterstrichen.