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Wikileaks-Gründer gesucht

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Wikileaks-Gründer gesucht

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Seit diesem Dienstag wird Wikileaks-Gründer Julian Assange per Steckbrief von Interpol gesucht – lächerlich, kommentierte sein Anwalt, da es um Gewalt geringen Grades gehe. Interpol fahndet nicht wegen Geheimnisverrats, sondern wegen der Vergewaltigungsvorwürfe in Schweden. Die schwedische Justiz will Assange persönlich verhören, auch wenn sein Anwalt eine Videokonferenz anbot. In Washington betonte

US-Verteidigungsminister Robert Gates derweil,

dass trotz des Ungemachs über die Wikileaks-Enthüllungen die US-Außenpolitik kaum beeinträchtigt werde: “Wir sind immer noch unentbehrlich – man hat von uns zuvor von der unverzichtbaren Nation gesprochen”, sagte er. “Also werden andere Länder weiter mit zusammenarbeiten. Wir werden weiterhin geheime Informationen austauschen. Ist es peinlich? Ist es unangenehm? Ja. Hat es Folgen für die US-Außenpolitik? Ich denke, in nur bescheidenem Maße.” Dennoch schlagen die Enthüllungen weiter ihre Wellen. Pakistan sah sich heute genötigt, zu bekräftigen, dass seine Nuklearwaffen vor muslimischen Extremisten sicher seien. In den Botschafterdepeschen waren Zweifel daran laut geworden, und auch die Sorge, dass Regierungsmitarbeiter Nuklearmaterial für illegale Zwecke abzweigen könnten. Die vertraulichen Diplomaten-Äußerungen über eine militärische Disziplinierung des Irans oder die Stellungnahmen hochrangiger Chinesen zur möglichen Wiedervereinigung Koreas hatten ebenfalls Aufsehen erregt. Welche Folgen das für die Diplomatie hat, wird sich zeigen.