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Elfenbeinküste: Herausforderer wird Präsident

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Elfenbeinküste: Herausforderer wird Präsident

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Die Präsidentenwahl in der Elfenbeinküste ist nach langem Warten entschieden: Gewonnen hat der Herausforderer Alassane Ouattara. Die Wahlkommission gab das Ergebnis der Stichwahl vom Sonntag bekannt: Demnach bekam Ouattara 54 Prozent der Stimmen, auf den bisherigen Präsidenten Laurent Gbagbo entfielen 46 Prozent.

Die Elfenbeinküste ist seit dem Bürgerkrieg vor einigen Jahren faktisch geteilt: Der Norden ist moslemisch geprägt, der Süden christlich. Auch die jetzige Wahl verlief weitgehend entlang dieser Grenzen: Ouattara gewann überlegen in seinen Hochburgen im Norden, Gbagbo im Süden. Beide Lager werfen sich gegenseitig Wahlbetrug vor. Gbagbo will deshalb die Ergebnisse aus dem Landesnorden anfechten.

Vor und seit der Wahl kam es wiederholt zu Zusammenstößen. Mehrere Menschen wurden dabei getötet. Erst heute wieder griffen Bewaffnete den Sitz der Ouattara-Partei an; dabei starben ebenfalls mehrere Menschen. Die Partei macht für den Angriff die Polizei verantwortlich.

Gbagbos Amtszeit war schon 2005 abgelaufen. Eine neue Präsidentenwahl wurde seitdem mehrfach verschoben – wegen Problemen bei der Wählerregistrierung, aber auch wegen innenpolitischer Spannungen. Die jetzige Wahl sollte das zerstrittene Land nach dem Bürgerkrieg wieder zusammenführen.