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Bruchlandung einer Tupolew in Moskau - zwei Tote

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Bruchlandung einer Tupolew in Moskau - zwei Tote

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Bei einer harten Notlandung eines voll besetzten Flugzeugs sind in Moskau mindestens zwei Menschen gestorben und 86 verletzt worden. Eine herausragende Leistung der Crew, unter diesen Bedingungen: alle drei Motoren ausgefallen, kein Strom an Bord, Navigationssystem außer Betrieb. Vermutlich funktionierten auch die Bremsen schlecht. Bei der Landung brach die Tupolew Tu-154 auseinander. Zur Unglücksursache gibt es bisher nur Vermutungen.

Die rund 170 Überlebenden stehen unter Schock.

Kamaldin Tatayev:

“Es ist in der Mitte auseinandergebrochen. Mittendurch, nachdem die Motoren ausgefallen sind. Wir kamen zum Stehen, zwei Meter vor einem Zaun. Sonst würde ich hier nicht mit Ihnen sprechen.”

Kurz nach dem Start vom Moskauer Flughafen Wnukowo waren alle drei Motoren ausgefallen.

Bei der Notlandung auf dem Flughafen Domodedowo eine halbe Stunde später schoss die Maschine über die Startbahn hinaus, landete auf einem Feld und brach auseinander.

Die Tupolew der Dagestan Airlines sollte nach Machatschkala fliegen, Hauptstadt der russischen Teilrepublik Dagestan im Konfliktgebiet Nordkaukasus.

Ein Terroranschlag wurde zunächst ausgeschlossen. Luftfahrtexperten diskutieren mangelhaften Sprit oder einen Vogelschwarm als Unfallursachen.

Das dreistrahlige Mittelstreckenflugzeug Tupolew-154 ist das größte Modell dieser aus Sowjetzeiten stammenden Marke. Das erste Modell hob 1968 ab, die staatliche sowjetische Fluggesellschaft Aeroflot nutzt die Flugzeuge seit 1972.

Im April war eine Tu-154 mit dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski an Bord in der Nähe der russischen Stadt Smolensk abgestürzt. Alle 96 Insassen starben damals. Als Ursache galt menschliches Versagen.