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Gbagbo für weitere fünf Jahre vereidigt

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Gbagbo für weitere fünf Jahre vereidigt

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In der Elfenbeinküste hat sich Präsident Laurent Gbagbo für weitere fünf Jahre vereidigen lassen.

Er stellt sich damit gegen die Entscheidung der unabhängigen Wahlkommission, die seinen Herausforderer Alassane Ouattara zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt hatte. Das Verfassungsgericht hatte dieses Ergebnis jedoch für nichtig erklärt, – und Laurent Gbagbo somit zum alten und neuen Präsidenten.

International steht Gbagbo allerdings allein da. Denn die Glückwünsche aus den USA, von der EU und von der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich sind bereits an Ouattara gegangen.

In der Elfenbeinküste fürchten nun viele, dass neue Gewalt ausbricht. In der Metropole Abidjan waren bereits in der vergangenen Nacht lange und heftige Schusswechsel zu hören. Autoreifen und Barrikaden brannten.

In Bouake im Norden des Landes gingen Anhänger von Ouattara auf die Straße und demonstrierten gegen den Verbleib von Präsident Gbagbo im Amt.

Ministerpräsident Guillaume Soro reichte seinen Rücktritt ein und erklärte seine Unterstützung für Ouattara.

Laut Wahlkommission gewann Ouattara mit 54,1 Prozent der Stimmen.

Er sei der Sieger, sagte Outtara in Abidjan. Er werde von den Vereinten Nationen unterstützt, er sei der gewählte Präsident der Elfenbeinküste.

Ouattara, der vor allem in den ehemaligen Rebellengebieten im Norden Anhänger hat, gab an, er wolle sich in einem von UN-Soldaten bewachten Hotel in Abidjan ebenfalls als Präsident vereidigen lassen.

Seit Freitag sind die Grenzen des Landes geschlossen. Ausländische Fernsehsender können nicht mehr empfangen werden.