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Mladic: Moment der Wahrheit

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Mladic: Moment der Wahrheit

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Die Verhaftung von Ratko Mladic ist die Hauptvoraussetzung Brüssels für einen EU-Beitritt Serbiens. Obwohl Belgrad die Belohnung für Mladics Festnahme im Oktober verzehnfacht hat, scheint sich nicht viel zu tun.

Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag Serge Brammertz forderte von Serbien in seinem halbjährlichen Bericht konkrete Ergebnisse.

Gleichzeitig sollte sich die Kommission erstmals nach einer Einschätzung für den Beginn von Beitrittsgesprächen mit Serbien. Die Außenminister lobten außerdem Belgrads Fortschritte im Umgang mit dem Kosovo. Ein klarer Fortschritt für Belgrad.

Ende letzten Jahres hatte es seine EU-Bewerbung offiziell eingereicht. Doch die wenigen Fortschritte bei seiner Suche hatten die Kandidatur von Beginn an überschattet.

Es wird vermutet, dass Mladic sich weiter bei nationalistischen Sympathisanten in Serbien aufhält. Seine so genannten Kriegstagebücher wurden bei einer Razzia in der Nähe seines früheren Wohnsitzes sicher gestellt. In den vergangnen 15 Jahren gab es mehrfach Zeugen, die Mladic in Serbien gesehen haben wollen.

Der Führer der bosnisch-serbischen Truppen während des Bosnienkrieges von 1992 bis 95 wurde von den Vereinten Nationen wegen Völkermordes angeklagt für seine Rolle in der 43-monatigen Belagerung von Sarajevo und dem Massaker von Srebrenica, bei dem etwa 8000 Muslime getötet wurden.

Ratko Mladic gilt als Europas meistgesuchter flüchtiger Kriegsverbrecher.