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Serbische Bemühungen überzeugen nicht

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Serbische Bemühungen überzeugen nicht

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Wir sprechen mit Serge Brammertz, dem Chefankläger für das UN-Kriegsverbrechertribunal.

euronews:
“Herr Brammertz, Sie sind für die Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien zuständig. Sie haben heute erneut gefordert, dass Serbien Ratko Mladic fassen muss. Ihm werden Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Seit 15 Jahren ist er untergetaucht. Wie sehen die Bemühungen Serbiens aus, Mladic zu ergreifen?”

Serge Brammertz:
“Es gibt viel zu tun. Wir haben erneut darum gebeten, dass Serbien mehr tut, mehr Mittel einsetzt. Das ist noch nicht der Fall. Uns ist klar, dass dies keine leichte Aufgabe für Serbien ist, vor allem weil die Mehrheit der serbischen Bevölkerung leider gegen eine Festnahme von Mladic ist.”

euronews:
“Die serbische Regierung hat aber doch die Belohnung für eine Ergreifung von Mladic auf 10 Millionen Dollar hinaufgesetzt. Ist das nur zur Show, um der Welt zu zeigen: Schaut mal, was wir alles tun, damit Mladic gefasst wird?”

Serge Brammertz:
“Ich höre von der serbischen Regierung, vom serbischen Präsidenten, dass alles getan werde und dass der politische Wille da sei, Mladic und auch den anderen flüchtigen Angeklagten Hadzic, zu fassen. Was den politischen Willen angeht, so erlaube ich mir kein Urteil. Was die Bemühungen angeht, da schauen wir uns das an, was die Serben unternehmen, und da würde ich doch sagen, auf dem Gebiet könnte mehr passieren, dass es Mittel und Wege gäbe, um mehr zu tun, und die Serben müssen mehr tun, wenn eine Festnahme gelingen soll.”

euronews:
“Kann man denn trotzdem sagen, dass sich das Netz um Ratko Mladic zuzieht?”

Serge Brammertz:
“Das hoffen wir. Wir stehen mit den Ermittlern in Kontakt und sie leisten gute Arbeit. Aber es gibt Kräfte, die alles tun, um diese Arbeit unmöglich zu machen. Wir hoffen, dass die, deren Aufgabe es ist, die Flüchtigen festzunehmen dies auch tun, aber wie gesagt, es gibt da verschiedene Kräfte. Die einen, die sich bemühen, ihn zu finden und zu fassen, und die, die alles tun, um zu genau dies zu verhindern.”