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Elfenbeinküste mit zwei Regierungen

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Elfenbeinküste mit zwei Regierungen

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Unbeeindruckt von den Forderungen seiner Nachbarstaaten, auf die Macht zu verzichten, hat der bisherige Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, sein neues Kabinett gebildet. Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas hatte ihn am Dienstag bei einem Krisengipfel aufgefordert, den Sieg seines Rivalen anzuerkennen, und bis dahin die Zusammenarbeit ausgesetzt. Auch der Vermittlungsversuch der Afrikanischen Union führte zu keinem Erfolg.

Gbagbos Gegner Allassane Ouattara war nach der Präsidentschaftsstichwahl von der Unabhängigen Wahlkommission zum rechtmäßigen Sieger erklärt und auch von der internationalen Staatengemeinschaft als solcher anerkannt worden.

Er habe alles getan, um Ruhe im Land zu bewahren, versicherte Ouattara. Auch er hat sein Kabinett aufgestellt, so dass die Elfenbeinküste derzeit mit zwei Regierungen dasteht.

Der Konflikt wirkt sich auch auf den Alltag aus. Von Versorgungsengpässen und steigenden Preisen ist die Rede. Schulen wurden vorübergehend geschlossen, nun aber wieder geöffnet.

“Man hat uns immer wieder beruhigt, und wir glauben, dass diesmal den Ausländern nichts passiert’, meint eine Französin, die gerade ihr Kind zur Schule bringt.

Die UNO und etliche französische Firmen haben ihre nicht unbedingt benötigten Mitarbeiter zurückgezogen. Denn die Sorge wächst, dass angesichts des Machtkampfes die Rebellen wieder zu den Waffen greifen.