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Proteste gegen Wahlergebnis in Haiti

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Proteste gegen Wahlergebnis in Haiti

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Die Stimmung kocht nach Bekanntgabe des vorläufigen Wahlergebnisses in Haiti: Wütende Anhänger des nur knapp unterlegenen drittplatzierten Kandidaten protestieren, dass er nicht in die Stichwahl kommt. In mehreren Städten kam es zu Ausschreitungen.

Stattdessen werden die erstplatzierte Rechtsprofessorin und kurzzeitige First Lady Mirlande Manigat und der Zögling des scheidenden Präsidenten, Jude Celestin von der Regierungspartei in der zweiten Runde Mitte Januar gegeneinander antreten.

Auch Mirlande Manigat hatte zu den 12 von insgesamt 18 Kandidaten gehört, die die Annullierung der ersten Runde wegen Betrugs forderten.

Das am Dienstag bekanntgegebene Ergebnis ist umso umstrittener, als der Drittplatzierte, der beliebte Musiker Michel Martelly, nur gut 6.000 Stimmen und weniger als einen Prozentpunkt hinter Celestin liegt.

Auch die amerikanische Botschaft in Haiti hat das Ergebnis angezweifelt: Es entspreche nicht den Berechnungen der Wahlbeobachter. Die USA seien bereit, die Resultate zu überprüfen.

Die Organisation der Amerikanischen Staaten, die die Wahlbeobachter entsendet hatte, verwies auf die Möglichkeit, gegen das Ergebnis auf dem Rechtsweg Einspruch zu erheben.

Seit dem ersten Wahlgang hatte es Proteste gegeben. Zu den Betrugsvorwürfen kam Chaos in vielen Wahllokalen hinzu mit Wählerlisten, auf denen viele Erbebentote vermerkt waren, und Stimmberechtigten, die nach dem Beben immer noch keine Ausweise haben.