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Nobelpreiskomitee verwehrt sich Drucks aus Peking

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Nobelpreiskomitee verwehrt sich Drucks aus Peking

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Zum zweiten Mal in der Geschichte des Friedensnobelpreises wird an diesem Freitag ein Stuhl leer bleiben: der von Liu Xiaobo. Chinas Staatsführung hat alle Appelle zur Freilassung des Menschenrechtlers abgelehnt, seine Frau steht unter Hausarrest. Liu war im vergangenen Jahr wegen seiner Aktivitäten zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Der Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees wies den massiven Druck aus Peking zurück. Es gehe nicht darum, bestimmte westliche Werte zu verteidigen, sagte Thorbjrn Jagland, er habe gesehen, dass jemand Unterschiede zwischen westlichen Ländern, die diese Werte aufrecht erhielten, und anderen mache. Tatsächlich würden aber alle Dissidenten in China universelle Werte verteidigen. Wegen ihrer Beziehungen zu China haben inzwischen zahlreiche Länder ihre Teilnahme an der Verleihung des Friedensnobelpreises abgesagt, darunter Russland, Serbien, der Iran, Marokko und Kuba. Jagland gab an, dass von 140 eingeladenen chinesischen Dissidenten aus dem Umfeld Liu Xiaobos “so gut wie niemand” eine Ausreisegenehmigung bekommen habe. Das Komitee sei seit der Entscheidung über den Preis im Oktober nur indirekt über seine Ehefrau in Kontakt mit Liu Xiaobo.