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Trotz Massendemos: Studieren in Großbritannien wird teurer

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Trotz Massendemos: Studieren in Großbritannien wird teurer

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Trotz heftiger Massenproteste hat das britische Parlament der umstrittenen höheren Obergrenze für Studiengebühren zugestimmt. Die Vorlage wurde mit 21 Stimmen Vorsprung verabschiedet. Rechnerisch hat die liberal-konservative Koalition 84 Stimmen mehr als die Opposition. Nun muss noch das Oberhaus zustimmen.
 
Die Studiengebühren sollen – als Teil des Sparkonzepts der Regierung Cameron – von derzeit umgerechnet rund 3.500 Euro pro Jahr auf nahezu das Dreifache (10.700 Euro pro Jahr) hochgesetzt werden können.
  
Vor der Entscheidung war es in London zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Tausende wütende Studenten drängten auf den Platz vor dem Parlamentsgebäude. Die Polizei, teils beritten, kesselte die Demonstranten ein – eine neu entwickelte Strategie. Nach Polizeiangaben gab es mindestens sieben Festnahmen, mehrere verletzte Polizisten seien im Krankenhaus.
 
In der Londoner Innenstadt war ein riesiges Polizeiaufgebot unterwegs, das eine Eskalation verhindern sollte.
 
Höhere Studiengebühren sind Teil des Sparpakets der Regierung, die so das britische Rekorddefizit verringern will.
 
Das kontroverse Thema und die Abstimmung gelten auch als Test für die erst wenige Monate alte britische Regierungskoalition aus Konservativen und Liberaldemokraten. Die Liberalen hatten sich im Wahlkampf gegen höhere Gebühren ausgesprochen.