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China tut alles, um Nobelpreis geheim zu halten

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China tut alles, um Nobelpreis geheim zu halten

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Befürworter und Gegner des Nobelpreises für Liu Xiaobo haben in Oslo protestiert – und sich gegenseitig die Plakate aus den Händen gerissen.

Offenbar hatte die chinesische Regierung die in Oslo lebenden Chinesen unter Androhung “ernster Konsequenzen” aufgefordert, gegen den – ihrer Ansicht nach “kriminellen” – Friedensnobelpreisträger zu demonstrieren. Gegen diese Kundgebung protestierten dann Regimegegner – bis die norwegische Polizei eingriff.

In Peking steht die Frau von Liu Xiaobo – Liu Xia -weiterhin unter Hausarrest. Sicherheitskräfte haben sogar blaue Plastikbarrieren vor dem Gebäude errichtet. Vertreter der deutschen Botschaft in Peking, die versuchten, Liu Xia zu besuchen, wurden weggeschickt.

Die Rechnung der Führung in Peking, die versucht, den Friedensnobelpreis im Land geheim zu halten, scheint – zumindest teilweise – aufzugehen.

Denn eine Frau vor dem Wohnhaus sagt, sie habe noch nie von Liu Xiabao gehört.

Ein Mann meint, er wisse nicht so recht, habe Liu Xiabao aber wohl mal in der Zeitung gesehen.

Und ein anderer junger Mann erklärt, es sei alles nicht so einfach wie in den westlichen Ländern in China mit den vielen Menschen, es gebe noch viel zu verbessern…

Ausländische Fernsehsender, die die Nobelpreiszeremonie live ausstrahlten, wurden in China blockiert. Und die ohnehin schon weitreichende Zensur im Internet wurde noch verschärft: nicht nur die Website des Nobelkomitees – auch die chinesischen Worte für “Oslo” und “leerer Stuhl” standen auf der schwarzen Liste.