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Höhere Studiengebühren lösen Krawalle aus

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Höhere Studiengebühren lösen Krawalle aus

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Während auf den Straßen Londons tausende Schüler und Studenten teils gewalttätig rotestierten, hat die britische Regierung eine drastische Erhöhung der Studiengebühren beschlossen.

Mit einer knappen Mehrheit von 323 Ja-Stimmen gegen 302 Ablehnungen billigte die Koalition aus Konservativen und Liberaldemokraten die neue Regelung. Sie sieht eine Verdreifachung der

Obergrenze für Gebühren vor, die Universitäten erheben dürfen, und zwar auf umgerechnet rund 10.000 Euro pro Jahr.

Auf der Straße kam es derweil zu heftigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. Mehrere Menschen wurden verletzt, ein Polizist schwer.

Kritiker der Gebührenerhöhung fürchten, dass Kinder aus weniger wohlhabendem Elternhaus künftig nicht mehr studieren können. Stattdessen hätten solche aus reichem Elternhaus entsprechend Vorteile.

Wie in London wurde in zahlreichen weiteren Städten demonstriert. Seit Wochen gibt es Proteste gegen die höheren Gebühren.

Im Oktober hatte die Regierung angekündigt, im Rahmen ihrer Sparpläne die Ausgaben für höhere Bildung um bis zu 40 Prozent zu kürzen. Der britische Staat hat durch die Finanz- und Wirtschaftskrise einen riesigen Schuldenberg angehäuft und muss deshalb drastisch sparen.

Doch die Erhöhung der Studiengebühren sorgt nicht nur für Ärger in der Bevölkerung, sondern auch unter den Koalitionspartnern, die seit Mai die Regierung stellen.

Die kleineren Liberaldemokraten hatten noch im Wahlkampf betont, die Gebühren nicht erhöhen zu wollen. Bei der Wahl stimmten dann auch mehrere Liberale gegen die Regierungspläne.