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Liu Xiaobo: Sein Stuhl blieb leer

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Liu Xiaobo: Sein Stuhl blieb leer

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Der Friedensnobelpreis ist in Oslo an den chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo in Abwesenheit verliehen worden. Kein Mitglied seiner Familie konnte den Preis an seiner Stelle in Empfang nehmen.

Liu sitzt in seiner Heimat eine elfjährige Haftstrafe wegen “Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt” ab. Die chinesische Regierung stellte Lius Frau unter Hausarrest. Lius Brüdern wurde die Ausreise nach Norwegen verweigert.

Der Chef des Nobelkomitees, Thorbjörn Jagland, sagte: “Wir bedauern, dass der Preisträger nicht anwesend ist. Er ist in Einzelhaft in einem Gefängnis im Nordosten Chinas. Auch die Frau des Preisträgers und die nächsten Verwandten können nicht hier sein. Niemand kann den Preis entgegennehmen. Allein diese Tatsache zeigt, dass die Preisvergabe richtig war. Wir gratulieren Liu Xiaobo zum diesjährigen Friedensnobelpreis. Liu hat nur von seinen Bürgerrechten Gebrauch gemacht, er hat nichts Falsches getan. Er muss freigelassen werden.”

Die Schauspielerin Liv Ullmann las aus einem Essay des inhaftierten Preisträgers: “Ich glaube fest daran, dass der Fortschritt in China unaufhaltsam ist. Voller Optimismus blicke ich auf ein China, das eines Tages frei sein wird. Denn nichts kann dem menschlichen Streben nach Freiheit Einhalt gebieten. Und auch in China werden eines Tages die Menschenrechte triumphieren.”

Das mit dem Friedensnobelpreis verbundene Preisgeld von umgerechnet 1,1 Millionen Euro bleibt bis auf weiteres bei der schwedischen Nobelstiftung “in Verwahrung”.