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Liu Xiaobo wird in Abwesenheit geehrt

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Liu Xiaobo wird in Abwesenheit geehrt

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In Oslo wird heute der Friedensnobelpreis in Abwesenheit an den inhaftierten chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo verliehen. 
 
Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld bleibt jedoch bis auf weiteres bei der schwedischen Nobelstiftung “in Verwahrung”. Denn: Chinas Führung verweigert ihm ebenso wie seiner unter Hausarrest gestellten Ehefrau die Ausreise in Norwegens Hauptstadt Oslo.
 
Chinesische Dissidenten lassen sich dennoch nicht von einer Teilnahme abhalten: Einer von ihnen sagt: “Ich bin extra nach Oslo gekommen, um an diesem ermutigenden Tag dabei zu sein. Das ist ein Meilenstein und hoffentlich ein Wendepunkt in unserer Geschichte.”
 
Der Preis ist mit umgerechnet rund 1 Million Euro dotiert. Liu sitzt in seiner Heimat eine elfjährige Haftstrafe wegen “Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt” ab. Er hatte sich öffentlich für Demokratie und Meinungsfreiheit eingesetzt.
  
Der Friedensnobelpreis wird traditionell
am 10. Dezember in Oslo verliehen. Das ist der Todestag von Preisstifter Alfred Nobel. Alle anderen Nobelpreise überreicht der schwedische König am selben Tag in Stockholm.
 
Chinas politische Führung hat seit der Bekanntgabe der Vergabe an Liu Druck auf andere Regierungen ausgeübt, um deren Teilnahme an der Osloer Zeremonie zu verhindern