So viel Wut hat das Londoner Regierungsviertel lange nicht erlebt. Die junge Generation fürchtet um ihre Bildungschancen. Unbeeindruckt davon beschloß das Unterhaus eine Verdreifachung der Studiengebühren. Auch viele liberale Abgeordnete stimmten dafür, obwohl ihre Partei im Wahlkampf genau das ausgeschlossen hatte.
Ein Student sagt:“Wenn ich heute auf die Universität gehen wollte, hätte ich keine Chance, so viel könnte ich nicht zahlen.”
Und seine Nachbarin im Demonstrationszug meint:
“it einen Kredit das Studium bezahlen und dann ein Leben lang abstottern – ich finde, Bildung sollte kostenlos sein.”
Von bisher 3.239 Pfund pro Jahr ( etwa 4.000 Euro) fast um das Dreifache bis zu 9.000 Pfund steigen. Das sind mehr als 10.000 Euro.
Der Grund sind die Sparbeschlüsse der Regierung, die ein riesiges Haushaltsloch zu stopfen hat.
Darum werden die Ausgaben für höhere Bildung um 40% gekürzt. 2,9 Milliarden Pfund sollen durch Gebühren zusätzlich aufgebracht werden.
Für ein Studium von 3 Jahren muss der Student nur für Gebühren einen Kredit von rund 30.000 Pfund aufnehmen. Nur die Ärmsten dürfen 2 Jahre gratis studieren. Um es dann aber bis zum Abschluß zu schaffen, müssen auch sie zahlen.
Hier der Vergleich der Studiengebühren.
Sehr hoch sind sie in den USA. Bildung in Europa ist billiger. In Deutschland, Italien, Niederlande und Belgien liegen die Einschreibegebühren unter 1.500 Euro. In Frankreich gibt es überhaupt keine Gebühren – dafür harte Aufnahmeprüfungen.
Die Wissenschaftlerin Nicola Miller, Head of the History Department, University College London, sagt:” Viele Kollegen werden die Universitäten verlassen, weil das klare Signal der Regierung lautet, dass die in unserer Arbeit keinen Wert für die Gesellschaft sieht.”
In Wales will die Regierung zusätzliche Kosten der Studenten übernehmen. Schottlands Universitäten bleiben gebührenfrei. Europaweit kann die Folge nur sein, nur die gut betuchten jungen Leute gehen noch zum Studium nach England. Andere werden sich dann wohl in Frankreichs übervolle Hörsälen drängen.
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