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Moodys stuft Irland deutlich herunter

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Moodys stuft Irland deutlich herunter

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Keine fröhlichen Weihnachten für Irland: Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonität des Landes um fünf Stufen herabgesetzt, von Doppel-A-2 auf Triple-B-1, und den Ausblick auch noch mit negativ bewertet. Das könnte bedeuten, dass die Note bald weiter gesenkt wird, obwohl sie schon jetzt nur zwei Stufen über Ramschniveau liegt. Für die Regierung von Ministerpräsident Brian Cowen wird die Refinanzierung an den Finanzmärkten damit noch teurer, denn die Risikoaufschläge für irische Staatsanleihen stiegen prompt. Und Baader-Bank-Analyst Robert Halver sieht für die Zukunft ziemlich schwarz. “Es gäbe eine Lösung für die Krise”, meint er, “aber eine recht weit hergeholte, nämlich die Vereinigten Staaten der Eurozone.” Ohne eine solche Konstruktion, so Halver, würden die Börsen nie zufrieden sein – und die Anführer der Euroländer würden weiterhin “wie kopflose Hühner” agieren. So könne man einer solchen Krise nicht begegnen. Kritik übt Halver auch am “Minimalkonsens” des EU-Gipfels, den man “in jeder Telefonkonferenz” hätte besiegeln können: “Wenn es so weitergeht, darf man sich nicht wundern, wenn die Märkte nur noch darüber lachen.”

Selbst deutsche Bonds sind von der Herabstufung Irlands betroffen: Sie wurden teurer, da Anleger lieber in irische Papiere mit hohen Zinsen investierten. Irland muss sich nach eigenen Angaben erst im nächsten Sommer wieder frisches Geld an den Märkten besorgen – und vielleicht ist der Bär bis dahin schon wieder vom Bullen abgelöst worden.