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OECD verlangt weitere Reformen von Madrid

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OECD verlangt weitere Reformen von Madrid

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Spanien braucht tiefergehende Reformen, will es nicht zum nächsten Krisenkandidaten der Eurozone werden: Das ist die Kernaussage im Länderbericht der OECD. Die spanische Wirtschaft wird demnach langsamer wachsen als von der Regierung erwartet. Madrid hofft 2012 auf ein Wachstum von 2,5 Prozent, die OECD geht nur von 1,8 Prozent aus. Die derzeit noch relativ moderate Verschuldung droht, bald zum Problem zu werden. “Spanien hat weniger Schulden als andere Industriestaaten”, meint OECD-Experte Pierre Beynet. “Aber wenn das Budgetdefizit längere Zeit auf dem hohen Niveau bleiben, werden sich die Dinge sehr schnell ändern. Darum muss Spanien seine Staatsfinanzen bald konsolidieren.”

Nötig ist laut der OECD etwa eine Reform des Rentensystems, da die Ausgaben in diesem Bereich wegen der demographischen Entwicklung dramatisch ansteigen würden. Eines der größten Risiken ist der spanische Bankensektor: Der Anteil der faulen Kredite liegt bei fast sechs Prozent, so hoch wie seit 14 Jahren nicht mehr, der Finanzierungsbedarf der Geldhäuser ist enorm. Aber auch der Arbeitsmarkt muss laut der OECD reformiert werden – das Tarifsystem und der Arbeitnehmerschutz seien zu starr. Und um Steuererhöhungen werden die Spanier kaum herumkommen: Die OECD empfiehlt eine weitere Anhebung der Mehrwertsteuer, die erst im Juli erhöht worden war.