Eilmeldung

Eilmeldung

Mehr Tote in Tunesien

Sie lesen gerade:

Mehr Tote in Tunesien

Schriftgrösse Aa Aa

In Tunesien spitzen sich die sozialen Unruhen weiter zu. Die Opposition spricht von mindestens 23 getöteten Zivilisten, die Regierung von 14. Auch an diesem Montag kam es wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Bilder von den Protesten gibt es fast ausschließlich im Internet, die Regierung lässt Journalisten in den Unruhegebieten nicht zu.

Staatschef Zine al-Abadine Ben Ali sprach im Fernsehen von gewalttätigen und teilweise blutigen Ereignissen, die den Tod von Zivilisten zur Folge gehabt hätten, auch Sicherheitskräfte seien verletzt worden. Maskierte Banden hätten in der Nacht Regierungsgebäude und Zivilisten in ihren Häusern angegriffen und terroristische Akte verübt.

An diesem Montag kam es nach Augenzeugenberichten vor allem in Kasserine, Thala und Regueb zu gewaltsamen Konfrontationen. Die Gewerkschaften warnen vor weiteren Todesopfern. Die Europäische Union rief die tunesische Regierung zu Zurückhaltung auf. Eine Sprecherin forderte Respekt für die fundamentalen Freiheitsrechte ein. Blogger, Journalisten, Rechtsanwälte und andere in den vergangenen Tagen Festgenommene müssten umgehend freigelassen werden. Die seit mehreren Wochen anhaltenden Proteste vornehmlich Jugendlicher richten sich vor allem gegen die hohe Arbeitslosigkeit. Sie liegt unter jungen Menschen bei über 30 Prozent.