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Ausschreitungen nun auch nahe Tunis

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Ausschreitungen nun auch nahe Tunis

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Die Unruhen in Tunesien haben am Abend auch die Vororte der Hauptstadt Tunis erreicht. Dort schoss die Polizei laut Augenzeugen in die Luft, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. In Kasserine im Hinterland, einer der besonders aufgeheizten Städte, hat der Sturm auf die Lebensmittelgeschäfte begonnen, die Läden werden geplündert.

“Viele Familien haben seit einem Monat Schwierigkeiten, etwas zu essen zu bekommen”, klagt ein Tunesier, der sich nicht näher filmen lassen will: “Sie sind eingekesselt, ohne Strom und fließend Wasser. Die Lebensmittel kommen hier nicht an, und wenn, dann sind sie zu teuer.”

Fotos der Opfer der Unruhen, die Mitte Dezember wegen hoher Arbeitslosigkeit und schlechter Lebensbedingungen losbrachen, werden in den staatlichen Medien nicht gezeigt – dort herrscht Zensur. Auch das Chaos in den Krankenhäusern nicht. Laut Regierung starben bislang mehr als 20 Menschen, inoffiziell weit mehr.

“Die Leute liegen auf den Fluren, die Zimmer sind voll. Ich bin den Ärzten dankbar – aber sie sind völlig überfordert”, klagt ein junger Mann.

Die Gewalt der Sicherheitskräfte wird von Tunesiern wie vom Ausland kritisiert. Die Regierung spricht von Selbstverteidigung der Polizei – und dass der Protest der Jugend erhört werde.