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Frankreich: "Kaltblütiger Mord" an französischen Geiseln im Niger

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Frankreich: "Kaltblütiger Mord" an französischen Geiseln im Niger

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Nach der Entführung und Ermordung zweier Franzosen im Niger sind zwei mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder festgenommen worden. Dies berichteten nigrische Sicherheitskräfte.

Frankreichs Regierung vermutet Al Kaida des islamischen Maghreb hinter der Geiselnahme. Verteidigungsminister Alain Juppé rief bei seinem Besuch am Montag im Niger die Franzosen dort zur Wachsamkeit auf, nicht aber zum Verlassen des Landes. Die französischen Einrichtungen im Niger stehen unter besonderen Schutz.

Gut 1.500 Franzosen leben im Niger, das Land ist der wichtigste Uranlieferant für Frankreichs Atomindustrie.

Die beiden Franzosen waren am Freitag in der nigrischen Hauptstadt Niamey in einem Lokal entführt worden. Nach dem missglückten Befreiungsversuch durch nigrische und französische Sicherheitskräfte am Samstag wurden ihre teils verkohlten Leichen mit gefesselten Händen gefunden. Der französische Premierminister sprach von kaltblütiger Ermordung.

Bei der Aktion kamen auch drei nigrische Soldaten ums Leben, vier Entführer wurden der nigrischen Regierung zufolge ebenfalls getötet. Die Leichen der beiden Geiseln werden in dieser Nacht nach Frankreich überführt. Einer der beiden Männer hatte im Niger für eine Hilfsorganisation gearbeitet und wollte gerade heiraten, der zweite besuchte ihn anlässlich der Hochzeit. In ihrer Heimat in Nordfrankreich nahe Lille gedachten die Anwohner der beiden. Frankreich schickte eigene Ermittler zur Klärung des Falls in den Niger.