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Klagen über Brutalität der Polizei in Tunesien

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Klagen über Brutalität der Polizei in Tunesien

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In Tunesien ist kein Ende der Gewalt in Sicht – im Gegenteil, die Sorge wächst, dass die Unruhen sich vom Hinterland auch auf die tourismusverwöhnten Küstengebiete ausweiten. In Kasserine, einer der besonders aufgeheizten Städte, starben nach offiziellen Angaben am Montag vier weitere Zivilisten bei Straßenschlachten mit der Polizei. Damit kamen laut Regierung bei den Unruhen bislang 18 Menschen ums Leben – Menschenrechtsorganisationen sprechen von weit über dreißig Toten.

Geschäfte werden geplündert, vielerorts herrscht Chaos. Die Regierung hat Schulen und Universitäten bis auf weiteres geschlossen, doch die jungen Tunesier trommeln sich im Internet zu neuen Protesten zusammen.

“Unsere Jugendlichen sind arbeitslos, unsere Söhne, unsere Väter, unsere Mütter – alle sind arbeitslos. Mit einem Universitätsabschluss in Jura arbeitet man für vierzig Euro im Monat”, schimpft eine Frau über die Perspektivlosigkeit vieler Tunesier, die die jüngsten Unruhen auslöste. Dem Versprechen des Präsidenten, bis Ende 2012 300.000 Arbeitsplätze zu schaffen, trauen viele nicht.

Die Regierung setzte Polizei und Armee gegen das ein, was Präsident Ben Ali als “Terrorismus” bezeichnet. Demonstranten und Krankenhausmitarbeiter klagen über die Brutalität der Sicherheitskräfte und grausame Verletzungen bei Verwundeten und Toten.