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Dauerprovisorium: Haiti, ein Jahr nach dem Beben

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Dauerprovisorium: Haiti, ein Jahr nach dem Beben

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Haiti begeht den ersten Jahrestag des verheerenden Erdbebens – und auch ein Jahr danach leben immer noch hunderttausende Menschen im Zelt – trotz Milliardenhilfen.

Am 12. Januar 2010 um 16.53 Uhr wurden in wenigen Sekunden die Hauptstadt Port-au-Prince und ihre Umgebung in Schutt und Trümmer gelegt. Genau zur selben Stunde Ortszeit wird heute landesweit mit Gottesdiensten der Opfer gedacht. Banken, Schulen und Verwaltungsbüros bleiben am Jahrestag geschlossen.

Über 220.000 Menschen kamen bei dem Beben ums Leben. Der scheidende Präsident René Préval beklagte gegenüber euronews:

“Immer noch schlafen hier eineinhalb Millionen Menschen an öffentlichen Orten. Das ist eine schwierige Situation, und der Wiederaufbau wird lange Zeit dauern. Gleichzeitig dürfen wir nicht alles Geld in den Wiederaufbau von Port-au-Prince stecken. Dies ist der Moment, an dem wir Haiti neu gründen können, das heißt, uns mehr um die Provinzen kümmern können, die so lange vernachlässigt wurden.”

Préval hatte seit 2006 die Geschicke seines Landes in der Hand.

Nach dem Erdbeben hat der Wiederaufbau trotz der Milliardenhilfen kaum begonnen, auch Koordinator Bill Clinton scheint den Dschungel der verschiedenen nationalen Hilfsinitiativen und -Organisationen nicht zu durchblicken. Die Korruption unter der haitianischen Elite hat noch zugenommen. Ein Jahr danach gilt Haiti als Lehrstück, wie internationale Krisenhilfe nicht laufen sollte.