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Protest auch in Touristengebieten: Weitere Tote in Tunesien

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Protest auch in Touristengebieten: Weitere Tote in Tunesien

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Bei den anhaltenden Protesten in Tunesien hat es auch an diesem Mittwoch Tote gegeben: Augenzeugen sprachen von mindestens fünf Todesopfern, allein vier in der Stadt Douz im Süden des Landes. Auch in Sfax an der Küste wurde demonstriert.

In der Hauptstadt Tunis, auf die sich die Proteste gestern ausgeweitet hatten, stießen Polizei und Demonstranten ebenfalls gewaltsam aufeinander. Die Armee fuhr an wichtigen Plätzen der Stadt auf. Die Regierung verhängte dort bis auf weiteres eine nächtliche Ausgangssperre. Doch auch danach gab es Krawalle.

Der Präsident entließ außerdem den Innenminister und kündigte an, alle bei den Unruhen Festgenommenen freizulassen. Die Zugeständnisse konnten den Protesten und Plünderungen bislang aber nicht Einhalt gebieten.

Maya Jribi, die Generalsekretärin der größten Oppositionspartei erklärte: “Dass man weiter, nach diesen Maßnahmen, auf die Menge schießt, ist inakzeptabel und droht, Tunesien in die Gewalt abgleiten zu lassen. Wir fordern, dass das Schießen sofort eingestellt wird, und wir rufen zu einem umfassenden Reformprogramm auf, das von einer Regierung durchgeführt wird, die sich um das öffentliche Wohl kümmert.”

In Brüssel demonstrierten Unterstützer der Protestbewegung – sie forderten die EU auf, mehr für ein Ende der Gewalt in Tunesien zu tun.

Wie schon die USA kritisierte auch die EU-Außenbeauftragte Ashton das gewaltsame Vorgehen der tunesischen Poizei als unverhältnismäßig.