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In Trauer mischt sich Wut

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In Trauer mischt sich Wut

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Ein Jahr nach dem Erdbeben leben mehr als 1,3 Millionen Menschen in Notlagern. Die Gewalt gehört dort zum Alltag. Fast täglich werden sexuelle Übergriffe auf Frauen gemeldet. Dazu kommt noch der Ausbruch der Cholera im vergangenen Herbst. Tausende Menschen starben. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist groß, besonders die Regierung steht in der Kritik. Ein Betroffener erklärte: “Wir leben in Lagern und wir wissen nicht, wann wir weg können. Die Regierung lässt sich hier nie blicken.”

Während der Gedenkfeiern kam es auch zu Demonstrationen in der Hauptstadt Port-au-Prince.

Hunderte machten ihrem Unmut Luft und riefen Slogans gegen Präsident René Preval. Sie fühlen sich von der Regierung allein gelassen.

Erschwerend kommt der schleppende Wiederaufbau dazu. Hilfsorganisationen zufolge sind gerade mal fünf Prozent der Trümmer weggeräumt worden, noch immer werden Leichen in dem Schutt geborgen.

Zum Jahrestag versammelten sich tausende Menschen in den Ruinen der Kathedrale, um am zentralen Trauergottesdienst teilzunehmen.

Für viele ist der Glaube die einzige Hoffnung.