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Libanon nun wieder im Ungewissen

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Libanon nun wieder im Ungewissen

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Nur gut ein Jahr war die so genannte Regierung der Einheit im Amt, bevor sie zerplatzte: Jetzt kehrt im Libanon wieder die fast gewohnte Ungewissheit ein.

Die islamistische Hisbollahbewegung und ihre Verbündeten haben das Regierungsbündnis aufgekündigt. Ihre Minister sind zurückgetreten, damit ist die Regierung zerfallen.

Auf die Straßen trägt die Auseinandersetzung bisher keine der beiden Seiten. Man werde nicht demonstrieren oder ähnliches, sagt Achmed Fatfat, ein Vertreter aus dem Lager des Regierungschefs. Man überlasse die Sache der Armee und den offiziellen Sicherheitskräften.

Saad Hariri, der Regierungschef, war gerade in den USA. Er ist der Sohn von Rafik Hariri, früher ebenfalls Ministerpräsident, 2005 aber ermordet. Bei dem jetzigen Konflikt geht es um die Aufklärung

dieses Mordes. Die Hisbollah lehnt die internationalen Sonderermittler ab, die ihr möglicherweise eine Mitschuld geben werden. Sie selbst bestreitet jede Verwicklung.

Die UNO und andere rufen zur Besonnenheit auf. Der Sprecher des amerikanischen Außenministeriums

mahnt die Politiker zur Verantwortung. Wer die Regierung stürzen wolle, sagt er, wolle das Sondertribunal behindern und gebe seine Verantwortung damit ab.

Saad Hariri lehnt die Forderung der Hisbollah ab, die Zusammenarbeit mit den Ermittlern zu beenden.

Der Vertrag, der die Regierung zusammenhalte, sei nun gebrochen, sagt Euronews-Korrespondent Ali El Takach. In den nächsten Stunden entscheide es sich, ob dieser uralte Konflikt wieder auflebe.