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Tusk: Russischer Absturzbericht "unvollständig"

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Tusk: Russischer Absturzbericht "unvollständig"

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Polens Regierungschef hat den russischen Abschlussbericht zum Absturz des polnischen Präsidentenflugzeugs als “unvollständig” bezeichnet. Die Russen hatten den Polen alle Schuld zugewiesen.

Doch den Kontakt zu Moskau, der sich gerade erst verbesserte, will Donald Tusk nicht verlieren, den soll auch diese Angelegenheit nicht belasten, wie er vor der Presse klarstellte. Deshalb bot Tusk den Russen Gespräche an, um einen gemeinsamen – also ausgewogeneren – Bericht auszuarbeiten. Sein Innenminister will zudem die internen Gespräche der russischen Fluglotsen veröffentlichen.

Die russische Untersuchungskommission hatte in ihrem Bericht am Mittwoch die polnischen Piloten für das Unglück verantwortlich gemacht: Sie hätten psychologisch unter Druck der hochrangigen Passagiere gestanden. Unter anderem habe der alkoholisierte Luftwaffenchef zur Landung bei dichtem Nebel gedrängt, entgegen den Empfehlungen vom Boden.

Die Witwe des Mannes, der bei dem Abstutz ebenfalls ums Leben kam, verwehrte sich gegen diese Darstellung und kritisierte, dass man das Andenken ihres Mannes verleumde. Es sei die selbe russische Propaganda wie kurz nach dem Unglück.

In Polen sieht man eine Mitschuld der russischen Fluglotsen. Der Zwillingsbruder des verunglückten Präsidenten hatte den Bericht als “Hohn” gebrandmarkt. Die meisten Polen halten den Bericht laut Umfrage für unglaubwürdig.