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Weitere Tote im Machtkampf an der Elfenbeinküste

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Weitere Tote im Machtkampf an der Elfenbeinküste

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Nach zwei Tagen Straßenkämpfen ist im Bezirk Abobo in der ivorischen Hauptstadt Abidjan gespannte Ruhe eingekehrt. Das Viertel ist eine Hochburg der Anhänger der Opposition. Bei den Kämpfen kamen in den vergangenen zwei Tagen elf Menschen ums Leben, darunter sechs Polizisten. In der Nacht herrschte Ausgangssperre.

“Es waren keine Aufständischen, die die Polizisten erschossen, wie sie behaupten, es waren Jugendliche aus dem Viertel. Wir wollen hier keine Polizei mehr sehen – sonst schießen wir auf sie”, droht ein Anwohner.

Es war die jüngste Eskalation im Machtkampf zwischen dem abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo und seinem international anerkannten Rivalen Alassane Ouattara. Die Gbagbo-treuen Sicherheitskräfte hinderten auch die UN-Friedensmission am Zugang zu dem Viertel.

Armeechef Philippe Mangou hielt der Mission vor: “Sie ist nicht mehr unparteiisch. Die ivorische Regierung hat die Vereinten Nationen gebeten, sie abzuziehen. Wenn sie uns angreift, schießen wir zurück.”

Laut der von den UNO-Blauhelmen geschützten neuen Regierung von Alassane Ouattara wurden am Mittwoch auch mindestens sieben Zivilisten von Gbagbo-Getreuen getötet. Der Machtkampf nach der Stichwahl hat der UNO zufolge mehr als 200 Menschen das Leben gekostet und tausende in die Flucht ins Nachbarland Liberia getrieben.