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Weitere Unruhen in Tunesien

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Weitere Unruhen in Tunesien

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Tagsüber war die Lage in der Hauptstadt Tunis und in anderen Orten unübersichtlich. Erneut kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten; auch Schüsse fielen dabei wieder.

Schon am Abend zuvor hatten die Protestierenden die nächtliche Ausgangssperre missachtet, die inzwischen für Tunis gilt. Nach Regierungsangaben sind bei den Unruhen mehr als zwanzig Menschen getötet worden. Menschenrechtler nennen weit höhere Zahlen.

“Die sind die ganze Zeit hinter uns her, und die haben scharf geschossen!”, berichtet einer der jungen Männer hier.

“Die angeblichen Vermummten, die sind von der Polizei”, sagt ein anderer. “Die sind es, die Autos anzünden, plündern und zerstören. Heute haben die im Zentrum Feuer gelegt und Menschen umgebracht.”

“Die Präsidentensippschaft hat für uns alles teurer gemacht: Strom, Wasser, Brot”, kritisiert hier ebenfalls ein Mann. “Die einfachsten Sachen können

wir uns mit unseren Löhnen nicht leisten. Bei einer Schachtel Zigaretten ist das Geld schon wieder alle.”

Die Proteste richteten sich ursprünglich gegen die hohe Arbeitslosigkeit, besonders unter Jugendlichen.

Inzwischen wenden sich die Demonstranten aber auch gegen Korruption und staatliche Unterdrückung.

“Auch wenn der Präsident zwei Berater entlassen hat”, berichtet Euronews-Reporter Jamel Ezzedini,

“und trotz der Aufrufe zur Ruhe: In Tunis und anderen Gegenden des Landes gehen die Proteste weiter.”