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Auf Abruf: Hariri zurück in Beirut

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Auf Abruf: Hariri zurück in Beirut

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Mitten auf der Auslandsreise hat er seinen Posten verloren: Als Chef einer Übergangsregierung hat Saad Hariri, der gestürzte libanesische Ministerpräsident, seinen Besuch in den USA, Frankreich und der Türkei abgeschlossen. Nach dem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan kehrte er an diesem Freitag nach Beirut zurück. Auch die Türkei wolle im Konflikt vermitteln, erklärte Erdogan im Anschluss.

Hariris Regierung der Nationalen Einheit war am Mittwoch durch den Austritt der Minister der Hisbollah zerbrochen. Am Montag wollen die Parteien über die Bildung einer neuen Regierung beraten. Hariri soll auf Bitten des Staatspräsidenten als Interims-Ministerpräsident weiter regieren, bis die Nachfolge geklärt ist.

“Diese Krise ist insofern anders, als der Wechsel einer der Konfliktparteien auf die andere Seite aus der Minderheit die Mehrheit machen könnte und aus der Mehrheit die Minderheit”, erläutert unser Reporter Ali Takach in Beirut. “Am Montag, am Tag der Beratungen im Parlament, wird das libanesische Volk seine neue Zukunft entdecken.”

Doch die Libanesen dürften nach Einschätzung von Beobachtern lange auf ihre neue Regierung warten. Denn der Stein des Anstoßes bleibt: Hariri weigert sich weiterhin, die Kooperation mit dem UN-Tribunal zur Aufklärung des Mordes an seinem Vater Rafik Hariri aufzugeben, wie die Hisbollah es fordert. Es wird vermutet, dass Hisbollah-Mitglieder für das Attentat im Jahr 2005 beschuldigt werden. Das Tribunal kündigte an diesem Freitag an, in Kürze die ersten Anklagen einzureichen.