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Ben Ali: Der lange Weg zum kurzen Abschied

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Ben Ali: Der lange Weg zum kurzen Abschied

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Hart war sein Griff um die Macht – nun hat Zine El Abidine Ben Ali nach 23 Jahren losgelassen. Loslassen müssen.

Jahrelang hatte es der mittlerweile 74-Jährige verstanden, das Image eines skrupellosen Diktators zu vermeiden. Dann nahm Ben Ali viele Tote in Kauf, um die erste größere Protestbewegung seiner

Amtszeit niederzuschlagen.

1987 hatte er die Macht nach einem Putsch gegen den zuletzt senilen Habib Bourguiba übernommen – unter dem Beifall des Auslands.

In seiner Antrittsrede versprach der an internationalen Militärakademien Ausgebildete Demokratie, Pluralismus und soziale Gerechtigkeit. Doch nur wirtschaftlich und sozial entwickelte sich das Land weiter.

Bürgerrechte und Meinungsfreiheit wurden stark eingeschränkt. Die Opposition hatte bei keiner der

fünf Präsidentenwahlen eine Chance.

Auch den radikalen Islamismus bekämpfte Ben Ali mit allen Mitteln.

Das schlechteste Ergebnis erzielte er bei der bislang letzten Wahl im Oktober 2009 mit offiziell immer noch knapp 90 Prozent der Stimmen.

Mit seiner zweiten Frau hat Ben Ali sechs Kinder. Leila Ben Ali (63) ist in weiten Teilen der Bevölkerung als rücksichtslos und

habgierig verschrien. Ihrer Familie, dem Trabelsi-Clan, werden Korruption und Bereicherung vorgeworfen.