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Preda: "Der Schengen-Beitritt von Rumänien ist auch eine Vertrauenssache."

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Preda: "Der Schengen-Beitritt von Rumänien ist auch eine Vertrauenssache."

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Rumänien und Bulgarien werden voraussichtlich nicht wie geplant im März dem Schengen-Raum beitreten. Wir sprachen mit dem rumänischen Europaabgeordneten Cristian Preda von der Europäischen Volkspartei.

euronews, Fred Bouchard:

“Herr Preda, wie nimmt Rumänien das wahrscheinliche Nein zum Schengen-Beitritt auf?”

Cristian Preda, EVP:

“Es gibt verschiedene Meinungen. Die Optimisten sind natürlich enttäuscht, denn sie haben das Gefühl, dass die Zielgerade immer weiter in die Ferne rückt. Je mehr Mühe man sich gibt, desto schwieriger wird es.

Andere sagen: “Ja, es stimmt, es gibt Korruption in unserem Land und man muss alle Druckhebel nutzen, um den Ruf der rumänischen Justiz zu verbessern.

Und dann wären da noch die Erwartungen. Die Menschen wollen wissen, welche Mechanismen aktiviert werden müssen, um dem Schengen-Raum beizutreten.”

euronews:

“Besteht in Rumänien das Risiko, dass vertrauliche Informationen aus der Schengen-Datenbank in die Hände des organisierten Verbrechens fallen könnten?”

Preda:

“Nein, ich glaube nicht. Rumänien ist außerdem schon an das Netz angeschlossen und hat Zugang zu diesen Daten. Alles läuft reibungslos. Meinen Informationen zufolge besteht kein Risiko, dass Informationen in die Hände von Kriminellen gelangen.”

euronews:

“Was ist mit der Roma-Angelegenheit? Spielt sie eine Rolle bei dieser Absage, insbesondere in Deutschland und Frankreich?”

Preda:

“Nein, das sind nur Spekulationen. Es gibt da keinen Zusammenhang, die Menschen können bereits frei reisen. Der Beitritt zum Schengen-Raum

würde nur manches vereinfachen, aber es würde nichts an der Mobilität gewisser Volksgruppen ändern. Ein Großteil der Roma sind außerdem schon vor dem EU-Beitritt Rumäniens nach Frankreich, Spanien und Italien gegangen. Es sind nicht mehr geworden.”

euronews:

“Sprechen wir von den Außengrenzen. Griechenland wurde drei Mal zurückgewiesen, bevor es in den Schengen-Raum aufgenommen wurde. Es tut sich heute sehr schwer mit der Sicherung der 12 km langen Grenze zur Türkei. Könnte es nicht sein, dass Frankreich und Deutschland ein Problem mit der Außengrenze der EU haben, wenn es die von Rumänien ist?”

Preda:

“Es gibt mehr Befürchtungen, als Probleme. Doch manchmal ist das einfach so. Wir müssen Vertrauen zwischen den Partnern aufbauen. Ich bin davon überzeugt, dass Rumänien und Bulgarien in den gemeinsamen Schengen-Raum aufgenommen werden.”

euronews:

“Glauben Sie, dass der Schengen-Beitritt in den nächsten Monaten möglich ist? Es ist auch die Rede von einem Jahr.”

Preda:

“Man muss den technischen Aspekt genau unter die Lupe nehmen. Es geht um die Verwaltung der Migrationsflüsse und um die Grenzen. Aber es ist auch eine Vertrauenssache, und dadurch ein politisches Problem. Deswegen müssen wir verhandeln und diskutieren. Wir werden sehen, ob wir die gute Stimmung, die 2007 beim EU-Beitritt von Rumänien und Bulgarien herrschte, wieder finden können.”