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Ben Ali - Werdegang eines Despoten

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Ben Ali - Werdegang eines Despoten

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Ein “Medizinischer-Putsch” brachte Zine al-Abidine Ben Ali in Tunesien 1987 an die Macht. Er setzte den greisen Staatspräsidenten Habib Bourguiba, der wegen Senilität für amtsunfähig erklärt wurde, ab.

In seiner Antrittsrede versprach Ben Ali seinem Volk Demokratie, Pluralismus und soziale Gerechtigkeit, doch gleichtzeitig schuf er einen totalitären Staat.

Ben Ali gab sich auf internationaler Bühne gerne als Demokrat und pflegte ein gutes Verhältnis zum Westen. Er machte Tunesien wirtschaftlich zu einem Vorzeigeland im Maghreb.

Doch die Tunesier zahlten einen hohen Preis. Hinter den Kulissen regierte Ben Ali mit harter Hand. Morddrohungen, Verhaftungen und Folter von Journalisten und Oppositionellen waren gängige Praxis. Die amerikanische Botschaft bezeichnete jüngst seinen Herrschaftsstil als “mafiaähnlich”.

Bei der bislang letzten Wahl im Oktober 2009 erzielte Ben Ali sein schlechtestes Ergebnis. Aber der Schein wurde gewahrt, offiziell stimmten rund 89 Prozent der Tunesier für ihn.

Seine zweite Frau Leila gilt als rücksichtslos und habgierig. Ihrer Familie, dem Trabelsi-Clan, werden Korruption und hemmungslose Bereicherung vorgeworfen.

Bei seiner Rede an die Nation am Donnerstag Abend versuchte Ben Ali die aufgebrachten Tunesier zu besänftigen. Er machte Versprechen und erklärte, dass er schon lange Demokratie gewollt habe, er sei nur die ganze Zeit über falsch beraten worden. Das Volk aber hatte genug.