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Fiat: Marchionne gewinnt Machtprobe

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Fiat: Marchionne gewinnt Machtprobe

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Die Arbeiter im Stammwerk des italienischen Autoherstellers Fiat in Turin haben den umstrittenen neuen Tarifvertrag angenommen und so den Erhalt des Werks gesichert. 54 Prozent der Beschäftigten stimmten für längere Schichten und kürzere Pausen.

Im Gegenzug hat Fiat-Chef Sergio Marchionne versprochen, eine Milliarde Euro in das Werk zu stecken.

“Es war wichtig für diesen neuen Industrieplan zu stimmen. Jetzt muss Marchionne zu seinem Wort stehen und den Investitionsplan umsetzten, genau so schnell, wie er sonst das Werk geschlossen hätte, wenn das Nein gesiegt hätte,” so Bruno Vitali von der FIM Gewerkschaft.

Die linke Metallgewerkschaft FIOM hat als einzige die neuen Vereinbarungen abgelehnt. Sie werfen Marchionne Erpressung vor. Laut Giorgio Airaudo, dem Sprecher der FIOM, haben vor allem die Büroangestellten mit “Ja” gestimmt: “Ich an Marchionnes Stelle würde mir über dieses Ergebnis Gedanken machen. Die Fließbandarbeiter haben alle mit “Nein” gestimmt. Denn sie werden am meisten durch Marchionnes Vertrag belastet.”

Kritiker bezeichnen die neuen Arbeitsbedingungen als «moderne Sklaverei». Befürworter sprechen von einer neuen Ära des Autobaus in Italien. Die Produktion soll nach Marchionnes Plänen mehr als verdoppelt werden.