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Lage in Tunis weiter angespannt

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Lage in Tunis weiter angespannt

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Die Lage in Tunis bleibt angespannt. In der vergangenen Nacht kam es in der tunesischen Hauptstadt wieder zu Plünderungen, erneut waren Schüsse zu hören. Die Armee geht nun offenbar gegen Mitglieder der Leibgarde von

Ex-Machthaber Zine el Abidine Ben Ali vor. Die früher direkt dem Präsidenten unterstellten Sicherheitskräfte weigerten sich aufzugeben, hieß es. Über Verletzte oder Tote gab es zunächst keine Angaben. Ben Ali hatte am 7. November 1987 die Macht übernommen. “Anstatt einen Platz des 7. November wollen wir einen Platz des 14. Januar”, sagt ein Tunesier, “wir wollen Tunesien, wie es vorher war, oder noch besser.” In Tunesien gilt seit der Flucht Ben Alis nach Saudi-Arabien der Ausnahmezustand. Das Land steht vor einer ungewissen Zukunft. Der gestern vereidigte Übergangspräsident Foued Mbazaa muss bis in spätestens zwei Monaten Neuwahlen vorbereiten, doch gibt es in Tunesien keine organisierte Opposition. Ben Ali hat nach 23 Jahren autoritären Regierens ein Einparteinsystem zurückgelassen.