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Schlamm-Desaster von Rio: Schuldige gesucht

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Schlamm-Desaster von Rio: Schuldige gesucht

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Rund um Rio de Janeiro macht der Regen Pause -nun wird allmählich das wahre Ausmaß der Schäden durch Überschwemmungen und Erdrutsche sichtbar. Mehr als 610 Tote haben Helfer in Brasilien bisher aus Trümmern und Schlamm gezogen. Im bergigen Hinterland sollen noch etwa tausend Familien von der Außenwelt abgeschnitten sein. In Teresopolis drohte die Lage außer Kontrolle zu geraten.

Ein Soldat:

“Aus Rio wurden Militärs hergeschickt, mehrere Einheiten. Teresopolis war nie so sicher.”

In der Stadt, 90 Kilometer von Rio entfernt, fehlt es an Lebensmitteln, Trinkwasser, Benzin und Strom.

Die Menschen stehen Schlange – vor dem

Leichenschauhaus, um ihre Angehörigen zu identifizieren.

Eine Augenzeugin:

“So viele sind noch verschüttet. Eine Freundin hat ihre vier Kinder verloren, die liegen immer noch im Schlamm. Man kommt nicht an sie ran.”

Die Identifikation dauert zu lange, stellte der Staatsanwalt fest. Jetzt werden die Leichen in Kühllastern weggebracht, die Arbeit soll später erledigt werden.

Rios Gouverneur Súrgio Cabral macht derweil den Städtebau mit verantwortlich für die Zerstörungskraft der Schlammlawinen.

Unter den Augen der Stadtverwaltungen seien immer mehr Häuser in erdrutschgefährdeten Gebieten errichtet worden.

Jedes Jahr sterben in Brasilien vor allem in den regenreichen Monaten Januar/Februar bei Erdrutschen viele Menschen. Kommentar der Zeitung “O Dia”: “Die größte Katastrophe in der Geschichte Brasiliens war eine Tragödie mit Ankündigung.”