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Airbus-Chef Enders: Wir wollen noch mehr produzieren

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Airbus-Chef Enders: Wir wollen noch mehr produzieren

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Euronews:
In Toulouse sind wir jetzt verbunden mit Airbus-Chef Tom Enders. Herr Enders, 2010 war ein Rekordjahr für Airbus: es gab mehr als 570 Bestellungen, mehr als 500 Auslieferungen, der Umsatz liegt bei mehr als 30 Milliarden Dollar. Was waren denn so die schwierigsten Momente vergangenen Jahr?

Tom Enders:
Das Jahr war wesentlich besser als wir es zunächt erwartet hatten. Das hängt damit zusammen, dass der Markt sich erholt hat und dass wir erhebliche Verbesserungen erzielt haben, insbesondere in unseren kritischen Entwicklungsprogrammen, A400M und A380.

Euronews:
Es gab Probleme beim A380. Sie rechnen jetzt mit drei Fertigungen pro Monat. Inwieweit ist der A380 noch ein Modell für die Zukunft?

Enders:
Der A380 ist in jedem Falle ein Zukunftsmodell. Wir sehen ja, dass es neue Bestellungen gibt, das wird sich in diesem jahr fortsetzen. Wir haben jetzt 42 die weltweit im Einsatz sind. Die Rückmeldungen unserer Kunden, der Passagiere, sind sehr, sehr gut. Und wir erhöhen jetzt in der Tat, wie sie richtig sagen, die Produktion von ca. 2 im Monat auf drei in 2012.

Euronews:
Sind denn die Probleme mit den Turbinen restlos geklärt?

Enders:
Also, ich denke Rolls Royce hat ein sehr gutes Verständnis, was passiert ist und was getan werden muss. Es ist allerdings so, dass wir ja Triebwerke aus unserer Produktion nehmen mussten, um unsere Kunden am Fliegen zu halten. Und die Kunden haben natürlich Priorität, die diese 42 Flugzeuge heute haben. Wir werden 2011 noch einige Störungen sehen, was die Auslieferungen anbetrifft. Aber das sollte sich im Laufe des Jahres 2011 glätten.

Euronews:
Eine andere Baustelle ist der Truppentransporter A400M. Es gibt Berichte heute, wonach die Finanzierung wieder in Frage steht. Haushaltspolitiker in Deutschland haben demnach die Risikoanalyse des Verteidigungsministeriums in Zweifel gezogen. Wie ernst sind diese Zweifel?

Enders:
Nun, wie Sie wissen, haben wir bereits im März letzten Jahres mit sieben Regierungen eine Vereinbarung im Prinzip erreicht. Diese Vereinbarung wurde dann unterzeichnet im November letzten Jahres hier in Toulouse. Und jetzt geht es um die notwendigen Zustimmungsprozesse. In Deutschland muss das Parlament, muss der Haushaltsausschuss zustimmen. Und ich kann verstehen, dass es da sicherlich Fragen gibt. Aber wir rechnen doch damit, dass diese Zustimmung zügig erfolgt.

Euronews:
Zügig heisst: in welchem Zeitraum?

Enders:
Ich hoffe bis Ende Januar.

Euronews:
Okay.

Enders:
Sie müssen wissen, wir haben sechs Regierungen, die darauf warten, dass der grösste Kunde, und das ist nach wie vor die Bundesrepublik Deutschland, jetzt endgültig das grüne Licht gibt zu den getroffenen Vereinbarungen.

Euronews:
Bei allen Erfolgen und Schwierigkeiten – wohin fliegt Airbus 2011?

Enders:
Nun, wir sind verhalten optimistisch, was 2011 anbetrifft. Wir denken, die gute Weltwirtschaft wird weiterhin für guten Auftragseingang sorgen. Wir werden auch die Produktionsziffern aller Voraussicht nach weiter erhöhen. Wir haben heute von 520 bis 530 Flugzeugen im kommerziellen Bereich gesprochen, von 20 und mehr im militärischen Bereich, aber wir stehen natürlich nach wie vor vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen, die nicht zuletzt mit unseren Entwicklungsprogrammen 400M und A350 zu tun haben.

Euronews:
Das war Thomas Enders, Airbus-Chef aus Toulouse, herzlichen Dank für dieses Gespräch.

Enders:
Bitteschön.