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Kampf dem Kampftrinken: Bier soll für Briten teurer werden

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Kampf dem Kampftrinken: Bier soll für Briten teurer werden

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Im Land des Kampftrinkens und Komasaufens will die Regierung dem Verkauf von Billigsprit ein Ende setzen: Alkohol soll in England und Wales nicht mehr unter dem Preis verkauft werden dürfen, den allein Steuern und Zölle kosten. Für ein Bier wären das 38 Pence – umgerechnet 45 Cent.

“Die Kunden werden nicht sehr glücklich darüber sein”, meint eine Verkäuferin: “Gestern hat sich ein Kunde über den teuren Wein beschwert, also haben wir unser Sonderangebot beibehalten: Drei Flaschen für zehn Pfund.”

Mit der Maßnahme hofft die konservativ-liberale Regierung die Zahl der Alkoholtoten und die Kosten für das Gesundheitswesen zu senken. Regierungschef David Cameron erklärt: “Dass man in den Supermarkt gehen und da unglaublich billig Alkohol kaufen kann – viel davon hochprozentiges Bier, mit dem die Leute sich volllaufen lassen, bevor sie überhaupt ausgehen – das wollen wir unterbinden.”

2007 starben in England mehr als 6.500 Menschen durch exzessiven Alkoholkonsum. Gut ein Drittel der Briten überschreitet das ratsame tägliche Höchstmaß.

Von Seiten des Gesundheitswesens werden noch höhere Mindestpreise für den Alkohol gefordert. Allerdings: Eine ähnliche Initiative in Schottland scheiterte im vergangenen Jahr am Widerstand der Abgeordneten. Sie argumentierten, dass damit internationales Handelsrecht gebrochen und maßvolle Alkoholkonsumenten bestraft würden.