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Manager verliert Job durch Wikileaks

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Manager verliert Job durch Wikileaks

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In Deutschland ist der Vorstandschef des Bremer Satellitenbauers OHB aufgrund von Wikileaks-Veröffentlichungen entlassen worden.

Grund: Manager Berry Smutny soll US-Diplomaten gegenüber das geplante europäische Satellitensystem Galileo als “Unfug und Verschwendung von Steuergeldern” bezeichnet haben. Der Satellitenbauer OHB trennte sich daraufhin von Smutny, “um einen Reputationsschaden abzuwenden”, so das Unternehmen. Delikat: Das Bremer Unternehmen hat einen ersten Auftrag für den Bau von Galileo-Satelliten mit einem Volumen von mehr als einer halben Milliarde Euro.

Die Europäische Kommission bemühte sich um Schadensbegrenzung. EU-Industriekommissar Antonio Tajani: “Der Chef von OHB hat versichert, er glaube nach wie vor an Galileo. Er hat dies auch noch einmal schriftlich untermauert. Wissen Sie, Wikileaks ist wirklich nicht die Bibel…”

Gemäß der neuen Kostenberechnung für den Aufbau des Satellitensystems scheint Galileo deutlich teurer zu werden als bislang erwartet. Die Europäische Kommission veranschlagte nun rund 5,3 Milliarden Euro. Bislang waren 3,4 Milliarden Euro einkalkuliert worden. Experten halten das System dennoch für unverzichtbar. Der tschechische Ex-Kosmonaut und EU-Parlamentarier Wladimir Remek:“China, Japan, Indien, die USA und Russland haben bereits ähnliche Systeme entwickelt oder SIND in der Entwicklung globaler Navigationssysteme. Wenn Europa wettbewerbsfähig bleiben möchte, muss es Galileo voranbringen.”

Trotz Kostenexplosion soll das Satellitensystem bis 2014 zumindest teilweise einsatzbereit sein. Der Markt für Satellitennavigation wird bis 2020 auf ein Volumen von bis zu 240 Milliarden Euro geschätzt.