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Tunesier wollen ihr Geld zurück: Ben Alis Konten sollen gesperrt werden

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Tunesier wollen ihr Geld zurück: Ben Alis Konten sollen gesperrt werden

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Ein Schweizer Anwalt will das in der Schweiz befindliche Vermögen des tunesischen Ex-Präsidenten Ben Ali und seiner Familie einfrieren lassen. Er reichte eine Strafanzeige ein. Die Schweiz kann bei einem Rechtshilfeersuchen des Herkunftslandes oder bei kriminellem Hintergrund tätig werden.

“Die Vermögen dieser Leute müssen eingefroren werden”, bekräftigt der Anwalt Ridha Ajmi, “ebenso die Vermögen von Schweizer oder Offshore-Unternehmen, die bei Schweizer Banken Konten führen, und eventuell auch ihre Immobilien. Einige Mitglieder dieser drei Familien haben Wohneigentum in der Schweiz”, geht er auf das weitverzweigte Finanzgebahren des Clans Ben Ali ein.

Auch in Frankreich erstatteten Menschenrechts- und Anti-Korruptionsorganisationen Anzeige wegen Geldwäsche und Veruntreuung, um das Vermögen des Clans zu blockieren.

Der Anwalt von Transparency International in Frankreich, William Bourdon, erklärt: “Es geht hier nicht um ein Bankkonto auf den Namen Ben Ali. Es geht um eine Vielzahl von Aktien, Bankkonten und Immobilien in undurchsichtigen Verhältnissen, die teilweise Personen gehören, die nur entfernt mit dem Clan Ben Ali zu tun haben.”

Ben Ali, seine zweite Frau Leila und deren Familie sollen allein in Frankreich Grundbesitz im Wert von mehreren Millionen Euro und zahlreiche Bankkonten haben. Leila soll zudem eineinhalb Tonnen Gold ins Exil mitgenommen haben.

Den Besitz aus ihren Villen in den teuren Vororten von Tunis haben inzwischen ihre Landsleute geplündert – schließlich sei er mit Staatsgeldern bezahlt worden. Der Präsidentenfamilie wird Korruption und Privatisierung von Unternehmen zu eigenen Gunsten vorgeworfen.

Was nicht niet- und nagelfest ist, holen sich nun andere – und sei es der Ferrari aus dem Hause Ben Ali, den ein findiger Tunesier mit dem Bagger abtransportierte.