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Europaparlament erleichtert Auslandsbehandlungen

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Europaparlament erleichtert Auslandsbehandlungen

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Die ärztliche Behandlung im europäischen Ausland soll ab 2013 für Patienten deutlich einfacher werden.

Ob Chemotherapie in Österreich oder Zahnersatz in Ungarn: Nach jahrelangen Debatten hat das Europaparlament einen entsprechenden Gesetzesvorschlag verabschiedet.

Deutsche Kliniken und Ärzte begrüßen die Regelung, da sie sich, wegen des hohen Niveaus der Gesundheitsdienste zusätzliche Patienten aus den Nachbarländern versprechen.

Françoise Grossetête, Europäische Volkspartei:

“Bisher wurden Behandlungen im Ausland nur im Notfall übernommen, wie es beispielsweise für Touristen der Fall war. Solche Notfallbehandlungen wurden bereits von den Krankenkassen erstattet.”

Bislang machen grenzüberschreitende Leistungen nach EU-Schätzungen lediglich ein Prozent der gesamten Gesundheitskosten der Mitgliedsländer von insgesamt rund 10 Milliarden Euro pro Jahr aus.

Für Deutschland ändert sich kaum etwas, da die Behandlung im EU-Ausland und ihre Erstattung durch die heimische Kasse schon lange möglich ist.

Pascal Garel, Europäischer Verband für das Gesundheitswesen:“Sollten Sie natürlich für eine Behandlung ins Ausland gehen, weil sie Ihnen dort als besonders gut empfohlen wurde, dann wird Ihnen selbstverständlich nur das erstattet, was Ihnen auch in Ihrem Heimatland erstattet worden wäre. Die Differenz muss der Patient selbst übernehmen.”

Falls die Kassen einen Antrag ablehnen, müssen sie dies genau begründen. Vorteile sind auch für Grenzbewohner zu erwarten, für die der Weg zum Krankenhaus im Nachbarland kürzer ist als der zur nächsten Klinik im eigenen Land.