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Geldstrafe auf Bewährung für Schweizer Ex-Banker und Wikileaks-Informant

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Geldstrafe auf Bewährung für Schweizer Ex-Banker und Wikileaks-Informant

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Der Schweizer Ex-Banker Rudolf Elmer ist in Zürich wegen Drohung, mehrfacher versuchter Nötigung und Verletzung des Bankgeheimnisses verurteilt worden. Das Bezirksgericht verhängte eine Geldstrafe von 7.200 Franken, umgerechnet gut 5.500 Euro auf Bewährung. Die Probezeit beträgt zwei Jahre.

Elmers Unterstützer, die vor dem Gericht demonstrierten, warfen der Justiz vor, einem anderen Bankier, der tausende Kundendaten an die US-Behörden weitergegeben habe, keinen Prozess zu machen.

Elmer, einst Geschäftsführer der Schweizer Julius Bär Bank auf den Kaiman-Inseln, hatte zuletzt am Montag und schon vor einigen Jahren geheime Kontendaten an die Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks übergeben. Er hatte die Daten auch den Steuerbehörden angeboten. Elmer sieht sich als Informant der Öffentlichkeit, als sogenannter Whistle blower, der Missbräuche im Offshore-Geschäft aufzeigt. Die Staatsanwaltschaft sah eher persönliche Motive in einer jahrelangen privaten Fehde mit der Bank. Sie hatte zuletzt acht Monate Haft ohne Bewährung gefordert.

Der Richter hielt es ebenfalls für erwiesen, dass Elmer nicht aus ethischen Bedenken die Daten weitergab, sondern aus persönlicher Rache gegen seinen Arbeitgeber, mit dem er mehrmals Unstimmigkeiten hatte.