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Tunesien will Bruch mit Vergangenheit

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Tunesien will Bruch mit Vergangenheit

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“Ich verpflichte mich persönlich, dass die Übergangsregierung einen totalen Bruch mit der Vergangenheit vollzieht”. Dies versprach Tunesiens Interimspräsident Fouad Mebazza im nationalen Fernsehen. Auch sicherte der frühere Parlamentspräsident seinen Mitbürgern zu, das Land aus der schwierigen Übergangsphase zu führen. Das tunesische Fernsehen zeigte Schmuck und Kreditkarten aus dem Besitz des Clans des geflüchteten Staatschefs Zine al-Abidine Ben Ali. Unserem Korrespondenten Djamel Ezzedini gelang es unterdessen, mit dem Entwicklungsminister des Übergangskabinetts, Ahmed Najib Chebbi, zu sprechen. “Glaubwürdigkeit erlangt eine Regierung durch ihre Zusammensetzung sowie durch das, was sie bewirkt”, sagte er. “Die Minister, die zum alten Regime, zur Regierungspartei gehörten, zählten nicht zum Zirkel der Macht. Diese befand sich in den Händen Ben Alis sowie einiger seiner Berater. Eine unserer Forderungen war daher, dass sich die Regierung an den politischen Entscheidungen beteiligt. Das war aber nicht der Fall.” Viele Tunesier nahmen unterdessen wieder ihre Arbeit auf. Nachts aber bleiben nicht wenige der Bewohner von Tunis trotz der Ausgangssperre auf den Straßen. Zu groß ist die Angst, dass die Vertreter des alten Regimes es versuchen könnten, an die Macht zurückzukehren.