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Erschossene Demonstranten: Schuldzuweisungen in Albanien

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Erschossene Demonstranten: Schuldzuweisungen in Albanien

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Nach dem Tod dreier Demonstranten in der albanischen Hauptstadt Tirana geben sich Regierung und Opposition gegenseitig die Schuld an der Eskalation.

Ein Video zeigt, wie die Polizei am Freitag am Amtsitz von Ministerpräsident Sali Berisha scharf schießt. Ein Demonstrant wird durch einen Kopfschuss getötet, zwei weitere durch Schüsse in die Brust.

Zuvor hatten die Polizei Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt. Dutzende Protestierende und Polizisten wurden verletzt. Laut offiziellen Angaben nahm die Polizei mehr als 110 Menschen fest.

Rund 20 000 Menschen hatten zunächst friedlich protestiert – gegen die in dem Balkanland weit verbreitete Korruption. Und gegen Berisha, dessen Wahlsieg von 2009 die Opposition nicht anerkennt.

Das erste Todesopfer vom Freitag wurde in Laknas unweit der Hauptstadt beigesetzt. Ein weiteres soll am Sonntag beerdigt werden.

Abschied nahm auch Edi Rama, Chef der oppositionellen Sozialisten und Bürgermeister von Tirana. Er hat weitere Demonstrationen angekündigt.

Auch Berisha hat zu einer Kundgebung aufgerufen, am kommenden Mittwoch, gegen Gewalt.