Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Politik in den Zeiten der Cholera


Haiti

Politik in den Zeiten der Cholera

Der Sprecher des überraschungs-Heimkehrers hat sich verplappert. Während der Chef sich bedeckt hielt, hieß es in der Umgebung von Jean-Claude Duvalier, er hoffe, dass die Präsidentschaftswahlen in Haiti vom 28. November annulliert werden.

Das karibische Land hat etwas weniger Einwohner als Baden-Württemberg. Seit fast zwei Monaten werden die Stimmen gezählt. Der Grund: Präsidentschaftskandidat Michel Martelly, bei der von Beobachtern “chaotisch” genannten Abstimmung um Haarsbreite auf Platz drei gelandet, droht mit Unruhen – sollte er nicht in die Stichwahl kommen.

Jean-Claude “Baby Doc” Duvalier:

“Ich habe beschlossen, nach Haiti zurückzukehren,” sagt der Ex-Diktator “Baby Doc”, “um den traurigen Jahrestag des Erdbebens mit Ihnen zu begehen in unserem Land. Ich bin auf jede Art der Strafverfolgung vorbereitet.”

Mit gutem Grund: Amnesty International hat den Justizbehörden Dokumente überreicht, wonach in “Baby Docs” Amtszeit von 1971 bis 1986 gefoltert, verschleppt, ohne Prozess verurteilt und hingerichtet wurde.

Gerardo Ducas, Amnesty International:

“Er muss in Haiti bleiben, bis das alles untersucht ist. Das könnten drei Monate sein, ein Jahr oder zwei. Solange muss Duvalier hierbleiben.”

Politik in den Zeiten der Cholera: Neben Martelly, Duvalier und den beiden vorläufig Erstplazierten der Präsidentschaftswahl Mirlande Manigat und Jude Célestin macht sich noch einer reisefertig:

Ex-Präsident Jean-Bertrand Aristide, zur Zeit im Exil in Südafrika.

Übrigens:

Die Wahlkommission von Haiti hat ein amtliches Endergebnis fest versprochen – in gut einer Woche.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel

welt

Portugiesen wählen Präsidenten