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Polizei geht gegen Opposition in Algerien vor

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Polizei geht gegen Opposition in Algerien vor

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Die Protestwelle schwappt von Tunesien ins große Nachbarland Algerien über. Doch die Polizei will genau das verhindern. Gewaltsam hat sie eine Demonstration der Opposition am Samstag aufgelöst. Dabei wurden laut Innenministerium 19 Menschen verletzt, davon acht Polizisten. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen. Von mehr als 40 Verletzten geht der Chef der oppositionellen RCD-Partei, Said Sadi, aus.

“Wir fordern die Freilassung aller jungen Leute, die auf den letzten Demonstrationen festgenommen wurden. Außerdem verlangen wir die bürgerlichen Freiheiten, die uns von der Verfassung garantiert werden. Und wir wollen, dass alle Institutionen, die schuld sind am Wahlbetrug, geschlossen werden. Damit wir friedlich in eine Übergangsphase eintreten können.”

Seit fast 20 Jahren gilt der Ausnahmezustand in Algerien, Demonstrationen sind verboten. Seit Jahresbeginn aber gibt es auch hier soziale Unruhen mit bislang fünf Toten. Zuletzt hatte die Regierung versprochen, dass Grundnahrungsmittel billiger werden. Den Demonstranten aber geht es um mehr. Sie rufen: “Macht gleich Mord!”