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Trauer und weitere Proteste in Tunesien

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Trauer und weitere Proteste in Tunesien

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In Tunis sind erneut tausende Menschen auf die Straße gegangen, um für eine völlige Zerschlagung des alten Machtapparats zu demonstrieren. Eine Woche nach dem Sturz von Präsident Ben Ali setzten alle Behörden und öffentlichen Einrichtungen die Flaggen auf Halbmast. Nach UN-Schätzungen sind bei den Unruhen in Tunesien mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen.

Die tunesische Regierung geht von 78 Todesopfern aus. Übergangsregierungschef Mohammed Ghannouchi kündigte an, nach demokratischen und transparenten Wahlen aus der Politik ausscheiden zu wollen. Er sicherte Entschädigungszahlungen für Opfer der Ben-Ali-Diktatur zu, das freie Erzeihungs- und Gesundheitssystem des Landes werde man nicht anrühren. An der Demonstration in Tunis nahmen auch tausende Polizisten teil. “Wir fürchten nur Gott”, sagte einer von ihnen, “aber wir bitten die Menschen in Tunesien um Vergebung, wir wollen Vergebung, denn wir lieben sie. Ich bin aus Tunesien.” Unterdessen sind auch die ersten politischen Gefangenen freigelassen worden. Die neue Regierung hatte eine Generalamnestie beschlossen, die aber noch vom Parlament bestätigt werden muss.