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Oppositionsführerin im Jemen verhaftet

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Oppositionsführerin im Jemen verhaftet

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Im Jemen haben hunderte Menschen gegen die Festnahme einer Oppositionspolitikerin demonstriert. Tawakul Karman hatte in der Hauptstadt Sanaa Kundgebungen organisiert – inspiriert vom Umsturz in Tunesien – zuletzt am Samstag an der Universität. In der Nacht wurde sie verhaftet. Die Polizei nahm Dutzende Demonstranten vorübergehend in Gewahrsam.

Die Proteste vom Samstag richteten sich gegen Präsident Ali Abdullah Salih, seit mehr als dreißig Jahren in Sanaa an der Macht: “Salih soll abhauen”, sagt ein Student, “es gibt keine Alternative. Hier herrschen Armut, Hunger, Arbeitslosigkeit, Ignoranz, Krankheiten. Wir können nicht länger schweigen.”

Gut 22 Millionen Menschen leben im Jemen – jeder Zweite von weniger als zwei Dollar am Tag. Die Regierung scheitert, auch am Terror radikaler Islamisten. Und so singen sie die 80 Jahre alten Verse von Abu al-Qasim asch-Schabbi, die zur Hymne der Revolution in Tunesien wurden: “Wenn das Volk eines Tages leben will…”