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Portugals Pràsident Anibal Cavaco Silva

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Portugals Pràsident Anibal Cavaco Silva

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Anibal Cavaco Silva möchte sicher nicht mit seinem deutschen Kollegen tauschen. Ein Präsident “der durch das Wort wirkt” – das muss für den als eher schweigsam bekannten 71jährigen eine schreckliche Vorstellung sein. Dass er gemessen an seiner sonstigen Gewohnheit im Wahlkampf recht viele Reden hielt, war wohl der Notwendikeit geschuldet, die Portugiesen überhaupt zur Stimmabgabe zu ermuntern.

Nun erwartet den rechtsliberalen Präsidenten also die Vereidigung zu einer zweiten Amtszeit. Die beginnt, wie die erste endete: mit der nicht einfachen Zusammenarbeit mit einer sozialistischen Minderheitsregierung.

Anibal Cavaco Silva kam unmittelbar nach dem Sturz der Diktatur zur Politik. 1980 wurde der Wirtschaftsfachmann zum Finanzminister ernannt.

Der Sohn kleiner Leute hatte mit besten Studienergebnissen in Wirtschaft und Finanzen geglänzt. Seinen Doktor macht er in Großbritannien.

1985 wurde er erst Parteichef der rechtsliberalen Partei, die sich “Sozialdemokratie” nennt.

Dann gewann er dreimal hintereinander Wahlen.

Zehn Jahre Ministerpräsident, das ist Rekord in der noch jungen demokratischen Geschichte des Landes.

Die Portugiesen schätzen ihn als “Vater des Wirtschaftswunders”. Cavaco Silva hat Portugal in die EU geführt und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten gut für die Entwicklung des früheren Armenhauses am Rande des Kontinents genutzt.

Seine Regierung senkte Steuern, bescherte dem Land Wirtschaftswachstum und eine moderne Infrastruktur. Das haben die Portugiesen dem Wirtschaftsprofessor nicht vergessen, auch wenn ihm die Krise 1993 die Chance auf eine vierte Regierung verbaute.

1996 verlor Anibal Cavaco Silva bei der Präsidentschaftswahl gegen den Sozialisten Jorge Sampaio. Danach kehrte er der Politik erst einmal den Rücken und nahm wieder einen Lehrauftrag an der Universität an.

Zehn Jahre später der zweite, nunmehr erfolgreiche Anlauf. Und nun die zweite Amtszeit.

In die nächsten Auseinandersetzungen mit dem linken Regierungschef geht der Präsident gestärkt.

Laut Verfassung hat er das Recht, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen auszuschreiben.

Diese Waffe wolle er sich nur für den äußersten Notfall vorgehalten, sagt es im Wahlkampf.