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Trauer und Demonstrationen in Tunesien

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Trauer und Demonstrationen in Tunesien

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In Tunesien wehen wegen der dreitägigen Staatstrauer um die Opfer des Volksaufstands die Flaggen auf Halbmast. Vor dem Nationaltheater in Tunis erinnerten mehrere hundert Menschen an die Toten. Auch tausende Polizisten demonstrierten ihre Unterstützung für die neue politische Ordnung. Sie baten ihre Landsleute um Vergebung für die Rolle, die sie unter dem ehemaligen Präsidenten Ben Ali gespielt haben. Die Kommission für politische Reformen betonte ihre Unabhängigkeit und sicherte Aufklärung über die Verbrechen des alten Regimes zu. Deren Vorsitzender Taoufik Bouderbala sagte, zunächst werde man untersuchen, wer am meisten für den Machtmissbrauch verantwortlich gewesen sei, und dabei handle sich es wohl in erster Linie um das Innenministerium. Der umstrittene Übergangs-Ministerpräsident Mohammed Ghannouchi kündigte an, er werde sich nach den Wahlen in sechs Monaten aus der Politik zurückziehen. Die Bevölkerung lehnt ihn ab, weil er dem alten Regime angehörte. Die Demonstranten in Tunis wollen, dass alle ehemaligen Regierungsmitglieder Ben Alis aus der Politik ausgeschlossen werden.